Regie: Ìlker Catak, DE/FR/TR 2026, 128 min., Drama
„Wie gehen wir damit um, wenn wir es mit einem Regime zu tun haben, das uns daran hindert, unsere Arbeit so auszuüben, wie wir es für richtig halten, unsere Meinung so zu sagen, wie wir sie sagen wollen? Wie gehen wir mit einem System um, das uns in den zivilen Tod schickt, also vom gesellschaftlichen Leben ausschließt, uns zwar physisch am Leben lässt, doch rechtlich, sozial und beruflich auslöscht? (Ìlker Catak)
Gelbe Briefe erzählt von einem Künstlerehepaar aus der türkischen Theaterszene, das auf Grund von staatlicher Willkür und anscheinend regierungskritischen Äußerungen seine Arbeit verliert.
Derya und Aziz sind ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara und führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben. Nach der erfolgreichen Premiere ihres neuesten Stückes wird ihr Leben jedoch plötzlich von der Willkür des Staates auf den Kopf gestellt. Über Nacht verlieren sie ihre Arbeit und somit ihre Lebensgrundlage. Nun stehen sie vor der schwierigen Aufgabe, ihre Ideale und Überzeugungen mit den realen Notwendigkeiten des Lebens in Einklang zu bringen. Die plötzliche Arbeitslosigkeit stellt nicht nur ihre finanzielle Sicherheit, sondern auch ihre Ehe auf die Probe. Während sie gemeinsam nach neuen Möglichkeiten suchen, ihre Karrieren fortzusetzen, belasten der Druck von außen und die ständige Unsicherheit zunehmend ihre Beziehung.
Die Idee zu diesem Film kam dem Regisseur, als ihm 2019 in Istanbul Künstler von Kündigungsschreiben und Disziplinarverfahren mit zum Teil absurden Begründungen berichteten. Zwischen 2016 und 2019 wurden laut Catak ungefähr 2000 Künstler und Akademiker mit Berufsverboten und langen Wartezeiten auf Gerichtsverfahren bestraft.
Foto: © EllaKnorz_ifProductions_Alamode-Film
