Regie: Jerzy Skolimowski, PL/IT 2022, 86 min., Drama

Der Film ist eine Neuinterpretation von Robert Bressons Film „Zum Beispiel Balthasar“ (1966), in dem ein Esel in den Mittelpunkt gestellt wurde, der von Besitzer zu Besitzer weitergereicht wird und dabei Freude und Schmerz vonseiten der Menschen erfährt.
Jerzy Skolimowski, der polnische Altmeister des Films, der überaus tierlieb ist, bezeichnet EO selbst als einen der wichtigsten Filme seines Lebens.

Der Film spielt in der Gegenwart und begleitet den Esel Eo auf seinem Lebensweg. Eo, von bescheidener Statur und mit großen melancholischen Augen, begegnet guten und schlechten Menschen, erlebt Freude und Schmerz und erträgt das Glücksrad, das sein Glück in Unglück und seine Verzweiflung in unerwartete Glückseligkeit verwandelt. Er scheint seine Abenteuer mit Stoizismus über sich ergehen zu lassen. Tatsächlich ist der Verstand des Tieres von Emotionen gefangen. In seinen Träumen kehrt er zum nettesten Menschen zurück, den das Tier jemals getroffen hat: Zur schönen Kasandra, die sich um ihn kümmerte, als er noch im Zirkus war.

EO besticht nicht nur durch den originellen Erzählstoff, sondern auch durch seine Ästhetik und Kameraführung. Der Film wurde 2022 im Wettbewerb von Cannes uraufgeführt und mit dem Preis der Jury sowie mit dem Preis für die Beste Filmmusik ausgezeichnet.

Foto: © Filmgrab