Regie, Buch und Kamera: Georg Lembergh, IT, 2024, 93 min., Dokumentarfilm
Die[HS2.1] Dokumentation des Tiroler Filmemachers Georg Lembergh beleuchtet das Thema der sexualisierten Gewalt. Vier Frauen aus Nord- und Südtirol brechen ihr langjähriges Schweigen und sprechen mit großem Mut über ihren sexuellen Missbrauch. Es zeigt sich, dass sexueller Missbrauch überall stattfinden kann: Im Sport, in der Kirche, im familiären oder im beruflichen Umfeld.
Die vier Frauen berichten von Scham, Angst, Sprachlosigkeit, von den Tätern aus dem engen Umfeld, von Drohungen, Ignoranz und dem mühsamen Weg, darüber sprechen zu lernen – mit Therapeutinnen und Therapeuten, Freundinnen und Freunden, Partnern. Sie erzählen von dem Gefühl, auch nach Jahren noch „schmutzig“ zu sein, von verdrängten Erinnerungen und von der Unfähigkeit, Vertrauen haben zu können.
Behutsam folgt der Regisseur den einzelnen Schilderungen der traumatisierenden Erlebnisse und beschreibt zugleich, mit welcher Widerstandskraft und Würde sich die Betroffenen ein Leben nach dem Missbrauch zurück erkämpfen. Der Film dokumentiert mit großer erzählerischer Sensibilität Wege zurück in ein selbstbestimmtes Leben – gegen tief verwurzelte Tabus und institutionelle Widerstände.
(K)einen Ton sagen ist ein Statement gegen das Wegsehen und für eine neue Gesprächskultur; ein aufrüttelnder, Mut machender Film über ein allgegenwärtiges Thema.
Im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur.
Foto: © g-lembergh
