FILM zur Niederösterreichischen Landesausstellung 2026

Drehbuch u. Regie: Sascha Hilpert, DE, 2025, 119 min., Dokumentarischer Spielfilm

 

Zwei Menschen, beide in der Mitte ihres Lebens und ausgelaugt vom Alltag, treffen im letzten Sanatorium seiner Art aufeinander. Seit Generationen suchen hier Menschen nach Heilung. Auch Nina (Birgit Unterweger) und Henri (Rafael Stachowiak) reisen an. Sie sind aus unterschiedlichen Welten, haben unterschiedliche Biografien, aber eine ähnliche Art der Erschöpfung.

Zwischen täglichen Anwendungen, stillen Momenten auf der Liege und flüchtigen Begegnungen im Speisesaal überschneiden sich ihre Wege. Gespräche, Auseinandersetzungen und das Bedürfnis nach Nähe bestimmen ihre Tage. Während draußen der Schnee fällt und das Haus von der Außenwelt abschneidet, verändert sich der Rhythmus des Lebens: Geräusche verblassen, Zeit dehnt sich, Erinnerungen treten hervor.
Parallel dazu stößt eine Historikerin im Archiv des Hauses auf Dokumente aus der Frühzeit der Einrichtung. Sie spricht im Film ausführlich über die Entwicklung der Institution vom selbsternannten „Rekonvaleszentenheim für die gehobenen Stände“ hin zur modernen psychosomatischen Klinik.

Formen der Erschöpfung ist ein kluges, entschleunigtes und konsequent durchkomponiertes Drama, das unter anderem einen veränderten Blick auf die Auslöser menschlicher Erschöpfung zeigt: Versuchten Ärzte einst, den durchs Großstadtleben geschädigten Menschen mithilfe rigoroser Einschränkung ruhig zu stellen, konzentrieren sich gegenwärtige Ansätze ganz auf die inneren Ursachen von Nervosität und Unruhe.

Foto: ©Corso Filmproduktion