Drehbuch, Regie u. Text: Anita Lackenberger, AT 2025, 90 min., Dokumentation

In Kooperation mit Niederösterreichische Landesausstellung

Das Leben gehörloser Menschen ist geprägt von einer langen Geschichte der Ausgrenzung und Verfolgung. Trotz vieler positiver Entwicklungen in den letzten Jahren wurde der Wert des „Hörens“ und der Lebensweg gehörloser Menschen oft von anderen (fremd)bestimmt. Der Film Gehörlos taucht in eine für viele unbekannte Realität ein und fragt jene, die wohl am besten wissen, was es bedeutet, in so einer Welt zu leben: Gehörlose Menschen.

Im Jahr 1938 wurde das ehemalige „Taubstummeninstitut“ in St. Pölten aufgelöst; das war der Ausgangspunkt für dieses außergewöhnliche Filmprojekt. Zahlreiche Interviews mit Betroffenen gewähren tiefe Einblicke in die Lebenswelt gehörloser Menschen und verdeutlichen Aspekte, die sich die „hörende“ Welt oft nicht vorzustellen vermag, wie z.B. die Freude am Tanzen, das Komponieren und der Zugang zur Musik. Besonders die Erfahrung gehörloser Kinder in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts stehen im Fokus des Films: Körperliche und verbale Gewalt, sexueller Missbrauch sowie systematische Benachteiligung im Bildungsbereich; die Gebärdensprache wurde verboten und gehörlose Personen wurden als minderwertig betrachtet.

Gehörlos ist eine einzigartige Mischung aus dokumentarischen Dreharbeiten und inszenierten Spielszenen, berichtet von erschütternden Schicksalen und macht ein Geschichte sichtbar, die lange Zeit übergangen wurde.

Filmgespräch mit der Regisseurin Anita Lackenberger.

Foto: © kreativlösung.at